Pflegefamilie werden
Kindern in schwierigen Lebensphasen Schutz, Sicherheit und einen verlässlichen Alltag geben
Bereitschaftspflegefamilien geben Kindern in einer schwierigen Lebensphase Schutz, Sicherheit und einen verlässlichen Alltag. Dafür braucht es keine perfekte Familie, sondern Menschen, die offen, belastbar und bereit sind, ein Kind für eine begrenzte Zeit aufzunehmen.
Wer sich für Bereitschaftspflege interessiert, bringt oft viele Fragen mit. Wie läuft eine Aufnahme ab? Was muss ich mitbringen? Wie werde ich vorbereitet? Genau dafür gibt es bei uns ein strukturiertes Eignungsverfahren und eine enge fachliche Begleitung.
Uns ist wichtig, dass Familien gut vorbereitet in diese Aufgabe hineinwachsen können. Bereitschaftspflege ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, aber niemand muss sie allein bewältigen.
Wichtig zu wissen: Bereitschaftspflege ist eine zeitlich befristete Aufgabe. Kinder bleiben in der Regel einige Wochen bis wenige Monate in der Bereitschaftspflegefamilie, bis ihre weitere Perspektive geklärt ist.
Häufige Fragen zum Weg zur Bereitschaftspflegefamilie
Bereitschaftspflegefamilien können Paare oder Einzelpersonen sein – mit oder ohne eigene Kinder. Entscheidend sind eine stabile Lebenssituation, Offenheit, Belastbarkeit und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit dem Hilfesystem.
Wichtig sind Feinfühligkeit, Verlässlichkeit, Flexibilität, Reflexionsfähigkeit und die Bereitschaft, auch mit Unsicherheit, Übergängen und Abschieden professionell umzugehen.
Der Weg beginnt mit einem unverbindlichen Erstkontakt. Danach folgen Gespräche, Hausbesuche, eine Schulung und eine gemeinsame Einschätzung, ob die Bereitschaftspflege zu Ihrer Lebenssituation passt.
Schritte im Überblick:
- Erstkontakt (telefonisch oder per E-Mail)
- Kombiniertes Erstgespräch und Hausbesuch
- Weitere Hausbesuche zur Vertiefung
- Schulung (Bindung, Trauma, Kinderschutz, Selbstfürsorge)
- Auswertungsgespräch
- Eignungseinschätzung
- Pflegeerlaubnis durch das Jugendamt
Die Schulung vermittelt wichtiges Wissen zu folgenden Themen:
- Bindung und Trauma bei Kindern
- Kinderschutz und Kindeswohl
- Zusammenarbeit mit Herkunftsfamilien
- Gestaltung von Umgangskontakten
- Selbstfürsorge und Resilienz
Bereitschaftspflegefamilien werden durchgehend fachlich begleitet. Dazu gehören regelmäßige Gespräche, Beratung in Krisensituationen, Fallreflexion und enge Abstimmung mit dem Jugendamt.
Sie sind nie allein – unsere Fachberatung ist für Sie da, wenn Sie Fragen haben, Unsicherheiten auftreten oder schwierige Situationen bewältigt werden müssen.
Bereitschaftspflege ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Als freier Träger der Jugendhilfe stehen wir Ihnen dabei als verlässlicher Partner zur Seite – mit einer Nähe und Intensität, die das Jugendamt aufgrund seiner vielfältigen Aufgaben und hohen Fallzahlen oft nicht in gleichem Maße leisten kann.
Fachliche Begleitung, die wirklich trägt
Unsere Fachberaterinnen und Fachberater kennen Sie und Ihre Familie persönlich. Sie begleiten Sie regelmäßig, sind in Krisensituationen schnell erreichbar und unterstützen Sie bei pädagogischen Fragen, bei der Eingewöhnung eines Kindes und bei schwierigen Übergängen. Dazu gehören auch Supervision, Fortbildungen und Reflexionsgespräche – damit Sie in Ihrer Rolle nicht allein bleiben.
Wir übernehmen die Abstimmung mit dem Hilfesystem
Anträge, Berichte, Hilfeplangespräche, die Koordination mit dem Jugendamt und die Begleitung von Umgangskontakten mit der Herkunftsfamilie – darum kümmern wir uns. So können Sie sich auf das konzentrieren, was zählt: das Kind in Ihrer Familie.
Ein Puffer, der gut tut
Das Hilfesystem kann komplex und manchmal auch belastend sein. Wir stehen als fachliche Instanz zwischen Ihnen und den Behörden, vertreten Ihre Perspektive und sorgen dafür, dass Ihre Anliegen gehört werden. Sie müssen sich nicht allein durch behördliche Abstimmungen bewegen.
Gemeinschaft und Austausch
Als Bereitschaftspflegefamilie bei uns sind Sie Teil eines Netzwerks. Regelmäßige Treffen und der Austausch mit anderen Pflegefamilien geben Rückhalt und das Gefühl, nicht allein zu sein.
Keine zusätzlichen Kosten
Die Kosten für unsere Begleitung und Beratung trägt das belegende Jugendamt. Für Sie als Familie entstehen keine zusätzlichen Kosten.
Ein Erstgespräch bietet Ihnen die Möglichkeit, Fragen zu klären, einen Einblick in die Hilfeform zu bekommen und Ihre eigenen Möglichkeiten realistisch einzuschätzen – ohne Verpflichtung.
Es ist völlig normal, zunächst nur Informationen einzuholen. Wir nehmen uns Zeit für Ihre Fragen und geben Ihnen einen ehrlichen Einblick in die Aufgaben und Herausforderungen der Bereitschaftspflege.
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